Per Dekret von Tag 1 an eine andere Politik betreiben: Das hatte Friedrich Merz einmal im Wahlkampf versprochen. Gemeint war damit eine harte Wende in der Migrationspolitik. Daraus wurde bekanntlich nichts. Immer dann, wenn es um eines der heißen Themen – neben der Migration an erster Stelle: Energiepolitik – geht, tritt jede deutsche Bundesregierung auf die Bremse. Dass die Steuern auf Sprit zur Crux geworden sind, hat sich herumgesprochen. Den staatlichen Effekt auf den Zapfpreis kann man sich im Grunde nur noch mit öffentlich-rechtlicher Hilfe zurechtschwindeln.
Auffällig – und von TE berichtet – war bereits in den vergangenen Wochen die Diskrepanz zwischen den Zapfsäulen in Deutschland und bei den europäischen Nachbarn. Aber nicht nur in Tschechien und Frankreich zogen die Preise weniger stark an. Auch in Italien blieben Diesel und Benzin deutlich günstiger als in der Bundesrepublik. So konnte der Autor noch bei der Rückfahrt am vergangenen Freitag – 13. März 2026 – für 1,88 Euro pro Liter Diesel tanken. Das ist zwar immer noch deutlich höher als früher. Zurück in Bayern kostete aber die Tankfüllung rund 20 Cent mehr pro Liter.
Das ist besonders auffällig, weil Italienurlauber wissen, dass über Jahrzehnte der Spritpreis in Deutschland günstiger war als im Süden. Schon zu Beginn des Ukraine-Kriegs zeigte sich, dass sich der Trend umgekehrt hatte. Während sich das Verhältnis in den letzten Jahren normalisierte, hat der Iran-Krieg das Pendel wieder zu Ungunsten der deutschen Autofahrer umschlagen lassen.