In Italien herrscht Frühling, in Deutschland kehrt der Winter vorerst zurück. Mehrere Gespräche führe ich in der vergangenen Woche mit Italienern wie italianisierten Deutschen. Die Fragen sind: Kommen die Deutschen zum Urlaub? Wieso haben ausgerechnet die Deutschen diesen Hang zum Sonderweg (gemeint war: der Synodale Weg)? Warum gibt es in Deutschland keine Kehrtwende?
Die drei Fragen hängen eng miteinander zusammen. Sie fügen sich in ein Bild. Dazu noch ein Fragment: In einem Kontrafunk-Gespräch werde ich kurz vor der Italien-Reise auf den Vorstoß von Giorgia Meloni angesprochen. Die italienische Ministerpräsidentin hat eine Überprüfung des EU-Emissionshandels eingefordert. Ich weise darauf hin, dass nicht Meloni, sondern Friedrich Merz der Erste war, der diese Debatte angestoßen hat – die Italiener haben das beobachtet und das zum Anlass genommen, sich vorzuwagen. Die Nachfrage ist spannend: Ob die Italiener das denn wirklich mit Merz mitbekommen hätten?
Natürlich haben sie das. Selbst mein 84 Jahre alter Vater hat es. Weil südlich der Alpen seit der Euro- und Finanzkrise genau beobachtet wird, was Berlin tut – und sei es nur, um einen Vorwand zu finden oder die Deutschen mit ihren eigenen Mitteln zu bekämpfen. Die Belehrungen aus Deutschland haben dazu geführt, dass man genau überprüft, ob sich die Deutschen an die eigenen Vorgaben halten. Die teutonischen Schuldenorgien der letzten Jahre sind deshalb ebenfalls registriert worden. Auf katholischer Ebene gilt Ähnliches hinsichtlich des Synodalen Wegs. Und ebenso hat man mitbekommen, dass die deutsche Wirtschaft in einer hausgemachten Krise steckt.