Italiens Leib, Guareschis Geist

13. März 2020
Kategorie: Die Tagespost | Giovannino Guareschi | Historisches | Ich bin Guelfe, ich kann nicht anders | Ironie | Italianità und Deutschtum | Linkverweis | Medien

„Die Ewige Stadt, wo auf den Trümmern von tausend Jahren Imperium heute tausend christliche Kirchen thronen, und als Zentrum des Katholizismus Gläubige aus aller Welt anlockt – hat seine Gotteshäuser geschlossen. Keine Messen. Keine Prozessionen. Selbst die Historiker fragen sich, wann dies seit dem Konstantinischen Dekret von 313 der Fall gewesen ist. In Motta di Livenza, wo sonst am 9. März alljährlich die Marienerscheinung von 1510 gefeiert wird, schreibt die Presse: „Was selbst die Pest von 1630 nicht geschafft hat, schafft das Coronavirus von 2020.“

In dieser Finsternis strahlt ein Kreuz. Es steht vor einer Kirche in Brescello. Nicht irgendein Kreuz, nicht irgendeine Kirche. Es ist die Kirche, die für die Dreharbeiten von „Don Camillo und Peppone“ Patin stand. Es ist das Kreuz, mit dem Fernandel in seiner berühmtesten Filmrolle sprach. Es ist das Kreuz, dass Don Camillo ganz allein schulterte, um eine Prozession zum Fluss zu führen, der nur er selbst angehörte. Es ist eine der mächtigsten Geschichten von Giovannino Guareschi: ein einsamer Priester, der mit dem Erlöser allein durch die leergefegten Straßen prozessiert, weil die Kommunisten die Gläubigen bedroht haben. Am Ufer angekommen, bittet er darum, dass der Strom Dorf und Land verschonen möge.

Es ist der Geist Guareschis, der südlich der Alpen lebt. Es sind Erzählungen wie Anekdoten. Es ist die Quintessenz von Guareschis Schaffen: die Häuser mögen verwüstet sein, das Leid unermesslich, alles erscheint zerstört. Aber Gott ist nicht zerstört. In Brescello thront das Kreuz. Christus lebt. Und in den Gemeinden regt sich geistlicher Widerstand. Im sizilianischen Favara ist es Don Giuseppe, der allein über die Straße mit Kreuz und Mikrofon den Rosenkranz aufsagt; im venetischen Bibione hat der Pfarrer Don Andrea eine Marienstatue samt Blumen auf ein Ape-Kleinfahrzeug geladen und dieses azurblau geschmückt, um an allen Ecken des Ortes das Ave Maria aufzusagen. Der Erzbischof von Mailand ruft die Madonna auf der Domspitze um Beistand an. In San Gioacchino in Rom stellt der Pfarrer das Allerheiligste aus. Auf Twitter kursiert das Video eines einzelnen Priesters mit Monstranz, der durch die Straßen geht und segnet.“

Der ganze Artikel bei der Tagespost.

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