Die italienische Politik bleibt volatil. Befürchtungen, dass das Mitte-Rechts-Bündnis nach Jahren der Umstürze und technischen Regierungen Ruhe und Berechenbarkeit in den parlamentarischen Alltag bringt, waren unbegründet – glaubt man den Umfragen vom vergangenen Wochenende. Der Wirbelsturm, der die Meinungsforscher umtreibt, heißt Roberto Vannacci. Der ehemalige Divisionsgeneral erreicht mittlerweile fünf bis sechs Prozent der Stimmen – in einigen Erhebungen überholt er bereits die Lega von Matteo Salvini.
Für Salvini ist Vannacci eine Art Nemesis. Eigentlich hatte der Lega-Chef ihn als Verstärkung für die schwächelnde Partei gewinnen wollen. Als unabhängiger Kandidat fuhr Vannacci auf dem Lega-Ticket als Spitzenkandidat ins EU-Parlament. Später trat Vannacci auch offiziell der Lega dabei, stieg bis zum stellvertretenden Sekretär der Partei auf. Aber das Agreement platzte im Februar 2026. Da verkündete der General, dass er nun lieber seine eigene Partei anführen wolle: Futuro Nazionale – Nationale Zukunft. Eine heftige Klatsche für Capitano Salvini.