Peppone ist tot

8. April 2026
Kategorie: Giovannino Guareschi | Hintergrund und Schreibarbeit | Linkverweis

Peppone ist tot.

Das ganze Dorf weiß es. Schirme bilden einen Wald aus Pilzen um sein Sterbehaus. Mitten im Juli strömt der Regen. Zwischen Pappelbäumen kriecht der Nebel. Die »Bassa«, wie die Italiener die Po-Ebene nennen, hüllt sich in ihr Novembergewand.

Es ist nicht das Italien der Toskana-Urlauber, der Olivenhaine oder Strände. Es ist das Italien der Arbeiter, der Bauern, des ländlichen Schweigens, wo der große Fluss über die Ufer tritt und Felder wie Dörfer überschwemmt. Statt Chianti trinkt man hier süßlichen Lambrusco oder rauchigen Grappa. Statt Tomatensauce reiben die Emilianer Käseberge auf ihre Pasta. Dolce Vita? Kennt man hier nur aus dem Radio als Liedgut. Das Italien dieser Gegend basiert auf Arbeit. Harter Arbeit in den Fabriken, deren Schlote bei Piacenza und Parma in die Höhe ragen. Ländliche Arbeit von schwarzen Händen, die den fruchtbaren Erdboden umwühlen.

Der Tote liegt in einem hellen Nussbaumsarg. Buschige Augenbrauen. Ein herabhängender, schwarzer Schnurrbart. An seinem Körper haften Flanellhemd und Cordhose. Kleider, wie sie die Bauern dieser Gegend tragen.

Peppone ist tot, weil sein Schöpfer gestorben ist.

Die ganze Leseprobe beim Overton-Magazin.

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