Der Sündenbock und der Mob in uns

19. Februar 2026
Kategorie: Der Exzedent | Der Sandwirt

JD Vance hängt ihr an. Peter Thiel ebenfalls. Und selbst das Anti-Orakel der deutschen Wirtschaft, Marcel Fratzscher, hat sie in der Zeit vor einem Monat ins Spiel gebracht: Die Sündenbocktheorie von René Girard. Freilich hat er sie bemüht, um sie gegen Girards Schüler Thiel auszuspielen; aber aktuell kann man über diese Theorie gar nicht genug sprechen, weshalb jeder Vorwand erlaubt sein soll.

Girards Kernthese lautet, dass menschliche Rivalität aus mimetischem Verhalten resultiert. Menschen ahmen andere Menschen nach. Ihre Wünsche sind demnach die von anderen. Streit resultiert daher nicht aus Rasse, Klasse, Religion oder prinzipieller Verschiedenheit – sondern aus dem Wunsch nach dem „Sein des Anderen“.

Es geht demnach nicht so sehr um das Objekt der Begierde als solches, denn die innere Unsicherheit: Der andere Mensch hat offenbar etwas, was ihn „glücklich“ und „sicher“ macht. Das ist der psychologische Hintergrund dafür, dass kleine Kinder das mit Spielzeugen vollgestopfte Zimmer ignorieren und zielstrebig die eine Puppe in der Hand des anderen Kindes wollen.

Wir haben nicht Hunger, weil der andere Hunger hat; sondern weil wir uns unvollständig fühlen und glauben, diese Unvollständigkeit in uns selbst zu lindern, wenn wir sehen, dass der andere etwas von Wert hat, bzw. diesem Wert beimisst.

Der ganze Artikel beim Sandwirt.

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