Deus Vult? Der stille Konflikt im MAGA-Lager wird laut

28. März 2026
Kategorie: LEO | Linkverweis

Über den größten Teil der US-amerikanischen Geschichte hinaus galt die Devise: Protestanten wählen die Republikaner, Katholiken die Demokraten. Die Wahl von Donald Trump im Jahr 2024 war deswegen außergewöhnlich, weil diese alte Gewissheit an ihr Ende kam. Dass sich die Republikaner nicht mehr vornehmlich auf das alte WASP-Milieu, sondern evangelikale Kreise stützten, war zwar schon seit George W. Bush bekannt. Dass aber auch Katholiken nun vermehrt republikanisch wählten, erregte bereits Aufmerksamkeit. 55 Prozent der Katholiken gaben Trump ihre Stimme, 43 Prozent der Herausforderin Kamala Harris. Zwischen dem Katholiken Joe Biden und Trump ging die Wahl 2020 noch deutlich knapper aus: Damals ging die „catholic vote“ noch zu 50 Prozent zu Biden und zu 49 Prozent an Trump.

Mit dem Gewinn der katholischen wie protestantischen Wähler schien sich das Phänomen einer geeinten christlichen Rechten zu bestätigen. Wähler, die regelmäßig den Gottesdienst besuchten, wählten 2024 in einem Verhältnis von 2:1 für Trump. US-Vizepräsident JD Vance ist katholischer Konvertit, US-Außenminister Marco Rubio hat zu seinen katholischen Wurzeln zurückgefunden. Verteidigungsminister Pete Hegseth gilt dagegen als Ikone des evangelikal-nationalistischen Flügels. Das neue Trump-Kabinett wurde beiden christlichen Konfessionen mit ihren Spielarten gerecht.

Während westliche Medien gerne das Schreckgespenst religiöser Gotteskrieger im Oval Office beschwören, sind die Gräben zwischen katholischen und evangelikalen Republikanern niemals komplett verschlossen worden. Noch überlagert der „Bürgerkrieg“ im MAGA-Lager mit seiner Frage nach Intervention und Isolation, Israelverbundenheit und „America First“ diesen Konflikt. Aber in Wirklichkeit gehört die Auseinandersetzung zu einem immer dichteren Knäuel, das zu einem Gordischen Knoten werden könnte – insbesondere, weil die Konfliktführer nicht nur Medienvertreter und Influencer wie Tucker Carlson, Joe Rogan, Ben Shapiro, Candace Owens oder Nick Fuentes sind. Er reicht bis ins Oval Office.

Der ganze Artikel bei LEO (Englisch)

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