Das Skandälchen reiht sich in mediale Empörungen ähnlicher Art ein. Der WDR berichtete im Dezember 2025: Rechte Christfluencer: So beeinflussen sie Jugendliche in Social Media. Im Januar zog der Spiegel nach: Hass im Namen des Herrn. Im April strahlte die ARD eine Dokumentation aus: Radikale Christen in Deutschland – Kreuzzug von rechts. Am 7. Juni dann das Radio-Feature: Heilige Krieger – Christfluencer und die Neue Rechte. Dies sind nur einige Beispiele.
Niemand der erwähnten Akteure beging eine Vergewaltigung, sprengte Häuser oder Menschen in die Luft. Es gab nicht einmal öffentliche Kundgebungen mit Kampfansagen. Der einzige Vorwurf ist ein konservatives Gesellschaftsbild bzw. ein Statement dazu. All das – wer hätte es geahnt – hilft der AfD.
Dass religiöse Menschen eher zu konservativen Einstellungen neigen, scheint zahlreiche Medienvertreter zu überraschen, deren Bild von Religion sich aus Übertragungen vom Evangelischen Kirchentag oder Katholikentag speist. Artikel wie Videos zeigen, dass Journalisten häufig ihren eigenen mangelnden Bezug zum Glauben als Norm bzw. als Argument ansehen, um besonders aggressiv oder verängstigt zu reagieren. Das eigene linksliberale Gesellschaftsbild wird über eine pluralistische Gesellschaft gestülpt. Dass das Plädoyer für Vielfalt jene Gruppen nicht einschließt, belegt, dass Diversität nur für bestimmte „marginalisierte Gruppen“ reserviert ist. Christen werden in Deutschland zunehmend zur Minderheit, bekommen allerdings nicht denselben Sonderstatus; im Grunde gehören sie zurück in die Katakomben.