Gottes Plan ist queer

18. April 2026
Kategorie: Ich bin Guelfe, ich kann nicht anders | Linkverweis | Non enim sciunt quid faciunt

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat einen Queerbeauftragten – und seit der Osterwoche weiß das nun auch ganz Deutschland. Denn am Dienstag nach dem Fest forderte der nichts weniger als einen Kurswechsel der Kirche. Beziehungsweise er verkündete ihn gleich selbst. Gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur KNA erklärte Ludger Schepers: „Die Vielfalt menschlicher Identitäten, ob homo-, trans- oder intergeschlechtlich“, sei „kein modernes Konstrukt“, sondern vielmehr „Teil des Schöpfungsplans“. Hingegen warnte er vor dem „Irrweg“ einer Rückkehr zu alten Geschlechterbildern, die er als patriarchale Strukturen definierte. Die Kirche müsse Stellung beziehen, sich ändern, mehr für Gleichberechtigung tun, denn, so der Weihbischof, das Bisherige sei nicht genug.

In seinem Heimatbistum Essen sind solche „progressiven“ Vorstöße nicht unbekannt. Schließlich übt hier Franz-Josef Overbeck sein Hirtenamt aus – der berüchtigt für seine „reformerischen“ Positionen ist. Auch Oberhausen-Osterfeld, wo Schepers 1953 geboren wurde, gehört zum Ruhrbistum, das Strukturwandel, Mitgliederschwund und Finanzierungsnot bedrohen. Auch das Studium in Freiburg und Münster passt in den Vorzeigelebenslauf des progressiv-katholischen Klerus. 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof.

Ähnlich wie andere Vertreter der „neuen Kirche“ hat Schepers seinen Dienst in den westdeutschen, nur noch strukturkatholischen Gebieten wie Oberhausen, Duisburg und Essen versehen; ein längerer Aufenthalt in Rom oder anderen Teilen der Welt gehört nicht zu seiner Vita. Das hielt die DBK nicht davon ab, ihn in die Kommission Weltkirche und die Unterkommission für Missionsfragen zu berufen, deren Vorsitzender er ist.

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