Matthaeus und der Engel

Sonntagsschau (7/1)

8. Januar 2018
Kategorie: Die Achse des Guten | Ironie | Linkverweis | Medien | Sonntagsschau | Tichys Einblick

Zuerst ein Tost auf die beste Regierung aller Zeiten! Wir leben in wahrhaft elysischen Zuständen, das Land ist nicht mehr wiederzuerkennen, dabei gaben wir Merkel nur 10 Jahre Zeit. Die weitere Laudatio überlassen wir Henryk Broder bei der Achse des Guten.

Doch oh weh – was ist das? Es gibt garstige, ausländische Feindpropaganda, welche die Eintracht stört. Da wagt es doch die freche NZZ aus dem aufmüpfigen Schweizerland, das umjubelte NetzDG zu kritisieren. Schämen, schämen sollte man sich dort. Man meint es doch nur zu gut mit Land und Leuten hier. Oder sind Sie tatsächlich der Meinung, dass Hass eine gute Sache sei? Die Züricher fragen sich stattdessen: Kann man Hass verbieten?

Die Beschränkungen betreffen nicht nur Löschungen und Sperrungen. Neuartige Algorithmen sorgen dafür, dass manche Nachricht von Facebookfreunden nicht mehr so einfach auftaucht wie früher. Die großen Medien werden gepuscht, die kleinen Publizisten kommen unter die Räder. Nicht nur der Löwe, sondern auch Peter Winnemöller von Katholon konnte das erleben, wie die Reichweite seit einiger Zeit zurückgeht. Dabei ist es doch so: Reichweite ist die Nahrung des Publizisten. Werden wir demnach ausgehungert?

Dushan Wegner, bekannt von Tichys Einblick, hat unter Eindruck des Netzdurchhungerungsgesetzes eine Liste „freier Denker“ zusammengestellt, größtenteils unabhängige Blogs. Darunter auch das hiesige Standcafé. Dank dafür an dieser Stelle.

Dass nicht nur etwas faul im Staate Deutschland ist, sollte man bei den Meldungen aus Rom längst gemerkt haben. Kardinal Maradiaga hat wohl nicht ganz unbeträchtliche Geldsummen veruntreut – ein Kleriker, der mit seiner Sozialrhetorik mindestens in derselben Liga wie Papst Franziskus spielt. Anscheinend handelt es sich aber nur um die Spitze des Eisberges.

Zuletzt ein historischer Artikel zu Wallenstein. Ja, er steht in der Zeit. Nein, er ist richtig gut. Das liegt weniger an der Zeitung, als vielmehr am Autor Christoph Kampmann, der als Frühneuzeitler weiß, wovon er spricht.

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