dante

Addendum zu Polen

14. November 2017
Kategorie: Alltägliche Gedankenstreifzüge | Europa | Italianità und Deutschtum | Machiavelli | Medien | Non enim sciunt quid faciunt

Wenn das Stichwort Polen fällt, sind die Begriffe Vergangenheitsbewältigung, historische Schuld, Verpflichtung und andere Vokabeln nicht fern.

Mir sind solche moralischen Kategorien zuwider.

Mir geht es nicht darum, dass man bei der Kritik an Polen vom hohen Ross spricht, obwohl sich die Zahl der polnischen Überfälle auf Deutschland in Grenzen hält (vice-versa sieht das etwas anders aus). Mir geht es darum, dass die mediale und politische Kaste Deutschlands größenwahnsinnig sein muss, wenn sie gegen ihren Nachbarn feuert.

Größenwahnsinnig deswegen, weil es die Polen, die Franzosen und die Russen auch noch morgen und übermorgen gibt und man mit ihnen auskommen muss. Der oberlehrerhafte Gutmenschenduktus ist das Tumbeste, was es dafür gibt. Zusammenarbeit leitet sich nicht aus gemeinsamen Werten ab, auch nicht aus moralischen Verpflichtungen oder der dunklen Vergangenheit, sondern aus Interessen und Respekt.

Das Einmaleins der Außenpolitik hat sich seit Thukydides kaum geändert. Die moralische Traumtänzerei von der Leyens, des ÖRR und anderer medialer Vertreter ist eine Last für dieses Verhältnis.

Im Gegensatz zum täglichen moralischen Sermon genügt einfacher Realismus, um die größten Probleme zu lösen. Das Konzept des Respekts ist in jeder Kultur gegenwärtig, das des Linksliberalismus hört meistens jenseits der Elfenbeinturmwelt auf.

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